Review: IDW Esperanza Resort, Trakai (Litauen)

Wenn Ihr am Flughafen Vilnius ankommt, seht Ihr viel aufdringliche Werbung für das IDW Esperanza Resort. In der Regel sind die meisten Anzeigen in Flughäfen reine Touristenfallen, die ich nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde. Wie auch immer, mal sehen…

Der Fahrer wartete schon in der Ankunftshalle auf mich. Der im Preis inkludierte Transferservice von Vilnius bzw. Kaunas und zurück (zum Flughafen oder Bahnhof) ist eine tolle Sache, weil sich das Resort an einem abgelegenen Ort befindet, den man ohne Auto nicht erreichen kann. Da ich gerade aus Buenos Aires angekommen war, sah das Kfz-Kennzeichen auf dieser Limousine wie ein Zeichen vom Himmel aus!

Eine halbe Stunde später war ich schon da. Der Fahrer (sowie sein Kollege auf der Rückfahrt) war sehr professionell und höflich. Zurückblickend muss ich sagen, dass das ganze Hotelpersonal äußerst warmherzig und freundlich war. Es wird oft vermutet, je teurer das Hotel, desto freundlicher und professioneller ist das Personal. Doch meiner Erfahrung nach ist es gerade das Gegenteil. Also, meine Erfahrung mit dem IDW Resort war eine angenehme Überraschung.

An der Rezeption sprach man sowohl Englisch als auch Russisch perfekt; mir wurde ein Upgrade auf die Luxury Suite angeboten. Dies ist ein Standardvorteil für die «SLH Loved» Mitgliedschaft.

Die Lobby sah modern aus, und die großen Fenster eröffneten einen herrlichen Blick auf den See.

Hier kann man unter anderem Bernsteinschmuck kaufen, Bücher zum Lesen ausleihen und E-Mails und Nachrichten auf einem der Computer checken.

Mein Zimmer war im ersten Stock. Ein junger, freundlicher Hotelangestellter (der versuchte, Russisch zu sprechen — was nicht viele junge Litauer tun) begleitete mich dorthin. Man kann in die erste Etage entweder über eine Holztreppe gelangen, oder man kann einen futuristischen Aufzug benutzen (der irgendwie mit dem insgesamt rustikalen Stil des Hotels nicht zusammenpasst).

Die Zimmer sind von der Galerie aus zugänglich. Wenn das Hotel voll ist, laufen hier wahrscheinlich ständig Gäste vorbei. Die Fenster gehen auf diesen Bereich hinaus — also behaltet dies im Hinterkopf, wenn Ihr (wie ich) nicht mögt, die Vorhänge zuzuziehen, und gerne ohne Kleidung rumlauft.

Am Eingang zu jedem Zimmer standen tiefe Holzsessel, die mich an meine Reisen in den Süden von den USA erinnerten.

Interessanterweise war meine Luxury Suite nichts anderes als zwei miteinander verbundene Zimmer, jedes mit eigener Tür und Zimmernummer.

Es war einfach, aber zweckmäßig.

Auf der rechten Seite war ein Schlafzimmer mit einem großen Bett…

…ein runder Tisch mit zwei Sesseln…

…ein Kühlschrank und ein kleiner Schreibtisch mit TV.

Ich genoss solche Details, wie dieses Telefon im Vintage-Stil, welches jedoch recht gut funktioniert…

…und eine Flasche Acqua Panna Wasser. Ich frage mich aber immer noch, warum litauisches Mineralwasser nicht angeboten wurde, wenn man bedenkt, dass dieses Hotel in Litauen ist. Dieses Land ist voller Wasserquellen! Hmm…

Angeschlossen an das Schlafzimmer war ein Badezimmer mit Badewanne.

Der andere Raum diente als Wohnzimmer, es stand auch ein Sofa drin. Das Sofa könnte bei Bedarf in ein Zusatzbett umgewandelt werden. Es gab auch einen bequemen Esstisch.

Hier gab es noch genau wie im Schlafzimmer einen Fernseher auf einem Schreibtisch.

Im Schrank stand viel Geschirr sowie ein elektrischer Wasserkocher.

Es gab auch einen Kleiderschrank mit Bademänteln und Badelatschen.

Auf dem Tisch stand Wein und Cognac zum Kauf, neben einer kostenlosen Flasche Mineralwasser (diesmal San Pellegrino).

Auf mich wartete auch eine Begrüßungsobstplatte. Die Mango war lecker; ich habe noch nie eine so süße Mango irgendwo außerhalb von Mexiko erlebt.

Das zweite Badezimmer war ebenso groß wie das erste, und es hatte eine Dusche.

Aber das Highlight dieser Badezimmer waren die japanischen Toiletten – die sogenannten Washlets, oder Dusch-WCs. Diejenigen, die mit meinen Berichten von JAL First Class vertraut sind, wissen, dass ich mir gern eine sanfte Popodusche gönne. Ich habe bis jetzt kein Washlet irgendwo in Europa erlebt. Glaubt mir aufs Wort — wenn man noch nie auf einer warmen, bequemen Klobrille gesessen hat, mit einem guten Buch in der Hand, während man sich überlegt, welche Temperatur zum Spülen des Hinterns zu wählen ist, dann hat man, meine Freunde, viel verpasst! Es ist wirklich cool.

Die Gebrauchsanleitung war beigefügt.

Die Bad-Accessoires stammten von Molton Brown. Es war lustig — genau dieselbe Marke von Seifen und Cremes bietet jetzt Turkish Airlines in Business Class-Toiletten an.

Im Großen und Ganzen war ich mit meiner Suite mehr als zufrieden. Man könnte argumentieren, dass es eigentlich als «Luxus» betrachtet werden sollte, denn in mancher Hinsicht erinnerte es eher an ein Landhaus. So oder so, konnte ich gut schlafen (zunächst hatte ich den Eindruck, dass die Matratze etwas durchgelegen war, aber es stellte sich heraus, dass es doch sehr bequem war); ich konnte gut arbeiten, ich konnte meinen Arsch gut spülen lassen, und ich fühlte mich gut.

Viel Holz bei der Einrichtung vermittelte definitiv ein Gefühl der Gemütlichkeit. Die mächtigen Zedernholzblöcke waren aus Kanada importiert worden (Randbemerkung: Wenn dies eine Entschuldigung für die hohen Hotelzimmerpreise sein sollte, hätte ich gern mehr Priorität für lokale Holz- und Baustoffe gesehen.)

Die Liebe zum Detail im Resort war wirklich luxuriös. Beheizte Böden, hochwertige dicke, flauschige Handtücher und Bad-Accessoires für jeden Geschmack – sehr beeindruckend!

Ich hatte mich etwas ausgeruht, und es kam die Zeit, das Resort zu erkunden. Das Gelände ist nicht groß, aber es ist sehr gut gepflegt. Die Mitarbeiter kämmen jeden Grashalm durch und fegen jedes gefallene Blatt weg. Die Tatsache, dass ich einen ganzen Monat davor im verdreckten Buenos Aires verbracht hatte, hatte wahrscheinlich meine Wahrnehmung hier verbessert – es war schon ein Vergnügen, nicht um Hundehaufen herumspringen zu müssen.

Zusätzlich zu den Leuten, die sich um den Rasen kümmerten, gab es auch einen Roboter-Rasenmäher. Noch ein unerwartetes Ding, das etwas fehl am Platz schien…

Das Schönste war vielleicht, dass ich fast der einzige Gast war. Mein Besuch fiel zwischen die beiden großen Mai-Feiertage — Tag der Arbeit und Tag des Sieges (der letzte ist einer der größten Feiertage in Russland), und das Resort war praktisch leer. Es gab ein älteres englisches Paar, das den Frühlingssonnenschein auf der Bank sitzend genoss, und das war es! Der Nachteil der Off-Season-Zeit war, dass nur ein Restaurant geöffnet war und dass nur wenige Spa-Behandlungen zur Verfügung standen (mehr dazu später).

Eure Wahrnehmung oder Argumentation kann von meiner abweichen, aber für mich ist der Sinn des Besuchens solcher Orte lediglich die Möglichkeit, der Hektik und dem Lärm der Großstädte zu entkommen, dem Schweigen zu lauschen und die Ruhe zu genießen. In der Hochsaison hätte IDW Esperanza null Charme für mich. Das Personal hat mir viel von den Sommerdiskos am See und von afrikanischen Hochzeiten erzählt. Oh, nein – Scheiß drauf! Es war toll, diesen Ort für mich alleine zu haben. Ich empfehle dringend, IDW Esperanza in der Nebensaison zu besuchen (auch wenn im Sommer alles schön grün wäre und Bio-Gemüse im Garten gedeihen würde!).

Zurück zum Thema Resort-Gelände: Es gibt dort auch einen kleinen Strand mit Spielplatz…

…eine schwimmende Terrasse…

…ein Sommergrillrestaurant, das geschlossen war…

…und einige Bänke, um einfach zu entspannen, auszuruhen und ein Buch zu lesen (zum Beispiel einen Katalog mit SLH Hotels, der wohlbedacht im Zimmer auslag).

In der Nähe befanden sich ein Tennisplatz und ein kleiner Fußballplatz.

Nachdem ich auf einem der wenigen Wege durch den Wald geschlendert hatte, erreichte ich eine Voliere mit einigen Pfauen…

…und kleinerem Geflügel.

Etwas weiter unten, auf der Wiese, war ein Hubschrauberlandeplatz, den ich hier ein bisschen fehl am Platze fand.

Das Resortgelände war einwandfrei. Das einzige, was mich ein wenig störte, war der Zaun, auf den ich beim Spaziergang immer wieder stieß. Ich wünschte, es wäre so wie in meinen geliebten österreichischen Alpen, mit dem Netz von endlosen Fußwegen ohne jegliche Einschränkungen.

Nachts sah das Resort idyllisch aus, mit stimmungsvoller Beleuchtung.

Ein schöner, kühler europäischer Abend. Der warme Geruch eines knisternden Feuers … Sehr nett!

Am Abend war nur ein Restaurant im Resort — La Esperanza — geöffnet.

Das war wahrscheinlich die größte Enttäuschung während meines Aufenthaltes. Meistens meide ich Mahlzeiten in Hotels, da ich mit diesen immer unzufrieden bin. Das anspruchsvolle Marketing und die hohen Erwartungen erfüllen kaum die tatsächliche Erfahrung. Dies, zusammen mit unangemessen hohen Preisen, drängt mich dazu, andere Orte zum Essen zu suchen. In der IDW Esperanza ist das nicht einfach, da die nächsten Cafes und Restaurants in Trakai — 12 km vom Resort — entfernt sind.

Das Design des Restaurants war nett, aber die Qualität des Essens und der Service ließen viel zu wünschen übrig.

Ich bestellte die Suppe des Tages, was sich lediglich als Borschtsch mit Fleischtaschen entpuppte…

…und dann Lachs.

Das Abendessen war mehr als einfach. Jede Mama hätte ein schmackhafteres Essen im Handumdrehen zaubern können.

Ich bestellte ein Glas Wein. Die Preise beginnen ab 10 Euro für ein Glas, was absurd ist — vor allem nach litauischen Verhältnissen. Für dieses Geld hätte ich etwas Exquisites erwartet, aber mir wurde stattdessen der Bodensatz einer bereits geöffneten Flasche eingeschenkt. Ich musste den Kellner bitten, eine neue Weinflasche zu öffnen, aber das Getränk war immer noch ungenießbar.

51 € für ein solches Abendessen ist Abzocke. Zusätzlich dazu, dass ich meine Meinung in diesem Bericht äußere, informierte ich auch die Hotelleitung darüber. Es darf nicht so sein.

Nach dem Abendessen habe ich das Spa ausgecheckt. Hotelgäste erhalten unbegrenzten und kostenlosen Zugang zum Pool, Sauna und einigen Spa-Behandlungen.

Da es Nebensaison war, konnte man nur Thai-Massage haben.

Das Spa bietet einige sehr exotische Behandlungen, wie eine horizontale Dusche, ein Sandbett und ein Cloud9-Gerät. So sieht die Preisliste aus:

Der Spa-Bereich war auch einwandfrei.

Das Frühstück war im Preis enthalten. Ich habe es im Restaurant La Terraza genossen, das erst morgens öffnet, im zweiten Stock. Im Sommer können die Gäste ihr Frühstück auf einer herrlichen Terrasse mit Blick auf den See genießen. Während meines Besuchs im Mai war aber die Terrasse noch geschlossen, weil es morgens fast null Grad war.

Das Frühstück war super. Es war genau so, wie ich mir Frühstück in einem exklusiven Hotel vorstelle – man soll sich auf eine beschränkte Anzahl von hochwertigen Gerichten und eine minimalistische Präsentation konzentrieren, und nicht «was auch immer Sie wollen von überall in der Welt» anbieten.

Der Service war unauffällig und dennoch effizient. Der Cappuccino war sehr lecker.

Das Sortiment setzte sich aus verschiedenen Gerichten zusammen wie kalten Käse- und Wurstplatten, Fischplatten sowie Crepes, zu denen man einfach nicht «Nein» sagen konnte, auch wenn man auf einer Diät wäre. Ich lasse die Bilder für sich selbst sprechen.

Es gab frisch gebackenes Brot und andere Backwaren. Das pain au chocolat war erstklassig!


Ich hatte eine tolle Zeit in IDW Esperanza. Frische Luft, praktisch keine anderen Gäste, ein gemütliches und komfortables Zimmer und ein Superfrühstück — genauso wie es in einem Resort dieses Kalibers sein sollte. Das Personal war bei jeder Interaktion außergewöhnlich gut. Es war offensichtlich, dass die Leute, die hier arbeiten, mit Herz und Seele dabei sind.

Die einzige Enttäuschung war das Abendessen im Restaurant. Leider ist es nicht leicht, diese Enttäuschung zu vermeiden, es sei denn, man hat sein Auto dabei.

In der Nebensaison kostet eine Nacht hier etwa 150 €, und es ist bestimmt seinen Preis wert. Denken Sie daran, dass der Preis für den Transfer zum und vom Resort inklusiv ist, und als «Loved»-Mitglied erhält man ein kostenloses Upgrade und Frühstück. Ich finde, dass es von großem Wert ist.

IDW Esperanza ist Teil von Small Luxury Hotels of the World-Kette. Ich plane, mehr über solche weniger bekannten Hotelketten und ihre Loyalty-Programme zu schreiben, also bleibt dran und wartet auf meine nächsten Artikel.

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